Schwangerschaft und Flucht

Daniela Opitz
Mein Name ist Daniela Opitz, und ich arbeite seit September 2016 bei donum vitae.

Als aufsuchende Beraterin bin ich im Rahmen des Projektes „Schwangerschaft und Flucht“, welches vom Bundesministerium gefördert wird, im Raum Wolfsburg tätig und kümmere mich hier um die geflüchteten Frauen.

In den vergangenen Jahren habe ich immer wieder und über viele Jahre im Ausland gelebt: freiwillig und nicht geflüchteter Weise, aber dennoch fremd und verloren in einer anderen Kultur und mit Worten, die ich anfangs nicht verstanden habe.

Die Qualen einer Flucht kenne ich nicht und erst recht nicht die, schwanger auf der Flucht gewesen zu sein. Aber es ist mir eine Herzensangelegenheit den Frauen, die nunmehr fremd und verloren hier angekommen sind, helfend zur Seite zu stehen, auch wenn sie meine gesprochenen Worte nicht immer verstehen.

Zu meiner Arbeit gehört es, aktiv auf die Klientinnen zuzugehen und ihnen meine Unterstützung im Einzelfall anzubieten, aber auch andere Aufgabenbereiche gehören dazu: so bin ich nicht nur als Ansprechpartnerin präsent für die Frauen, Heimleitungen und jeweiligen Sozialarbeiter der Unterkünfte, sondern ich biete auch offene Sprechstunden in den Heimen an.

Zusätzlich zu diesen biete ich den Frauen noch Gruppenangebote an, zu welchen sie herzlich eingeladen sind. Montags besuche ich momentan die Unterkünfte in Begleitung der Kinderkrankenschwester Nele Liebrich. Frau Liebrich arbeitet in der Elternschule des Klinikums Wolfsburg und deckt den aktuellen Hebammenmangel ab. Gemeinsam informieren wir die interessierten Frauen rund um ihre Fragen zur Schwangerschaft, der Geburt und der allgemeinen Neugeborenen bzw. Kleinkindversorgung.

Neben diesen Gesprächen gibt es für die geflüchteten Frauen auch noch eine eigene Kreißsaalführung im Klinikum Wolfsburg: hier können sich die Frauen den Kreißsaal nicht nur ansehen, sondern mit der Hilfe von Dolmetscherinnen auch Fragen stellen und bekommen diese dann vom Fachpersonal des Krankenhauses beantwortet.

An den Donnerstagen gibt es in den Unterkünften Informationsveranstaltungen zum Thema Verhütung, welche von den Frauen sehr gut angenommen und besucht werden.

Außerdem wird es ab Dezember ein sexualpädagogisches Präventionsangebot für junge, geflüchtete Mädchen zwischen 12-18 Jahren geben.

Es ist Bestandteil meiner Arbeit, die Frauen nicht nur alleine zu betreuen, sondern sie im Sinne einer Lotsenfunktion und mit Hilfe meines Netzwerkes an die jeweilig richtigen Ansprechpartner zu vermitteln.

Ich sehe es als meine Aufgabe, dass ich wertschätzend auf die Frauen in ihrer besonderen Notsituation zugehe, ihnen dabei helfe, sich selbstständig zurechtzufinden und sie dazu ermutige, von sich aus unsere Beratungsstelle und andere Einrichtungen aufzusuchen.

donum vitae Bundesverband e.V.:

Modellprojekt „SCHWANGERSCHAFT UND FLUCHT“

Viele junge Frauen sind in den letzten beiden Jahren als Flüchtlinge nach Deutschland gekommen. Viele werden in den nächsten Jahren folgen, um hier Schutz zu suchen. Oft waren sie schon mit Kleinkindern unterwegs, oft wurden sie auf der Flucht oder nach ihrer Ankunft in Deutschland schwanger – oder werden noch schwanger. In einem neuen, unbekannten Land und ohne die tragenden Strukturen ihrer Heimat sind sie in einer besonders schwierigen Situation.
Der Bundesverband donum vitae e.V. hat diese Herausforderung gesehen und angenommen. In intensiven Gesprächen mit der Politik und dem Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) hat donum vitae ein Konzept entwickelt. Ergebnis: das Modellprojekt „Schwangerschaft und Flucht“, gefördert durch das BMFSFJ, gestartet im Mai 2016 und auf drei Jahre begrenzt.
Wichtigste Aufgabe des Projektes ist die aufsuchende Beratung für die besondere Zielgruppe der schwangeren Flüchtlingsfrauen und zum Schutz ihrer ungeborenen Kinder. Die Beraterinnen begeben sich in die Lebenswelt der Flüchtlinge, sie bieten Hilfe und Unterstützung direkt und konkret und dort, wo sich die Flüchtlinge aktuell aufhalten.
Neben lebenspraktischen Fragen zu Geburtsmöglichkeiten und finanzieller Unterstützung geht es in den Beratungsgesprächen verstärkt um psychosoziale Beratung – nicht zuletzt angesichts häufig traumatisierender Erfahrungen, zum Beispiel durch sexualisierte Gewalt. Auf Wunsch und zum Schutz der beratenen Frauen wird auch ihr Umfeld einbezogen, etwa durch sexualpädagogische Angebote an Männer. An derzeit etwa 27 Standorten in ganz Deutschland arbeiten die aufsuchenden Beraterinnen mit anderen Akteuren der Flüchtlingshilfe zusammen. Sie haben eine Lotsenfunktion in das reguläre Hilfesystem.

Weitere Infos: Petra Schyma (Projektleiterin), donum vitae Bundesverband e.V.
Thomas-Mann-Straße 4, 53111 Bonn, Fon 0228 – 3867343, E-Mail schyma@donumvitae.org

Als aufsuchende Beraterin bin ich im Rahmen des Projektes „Schwangerschaft und Flucht“ im Raum Wolfsburg tätig und berate und unterstütze hier gezielt geflüchtete Frauen und ihre Familien.

Von montags bis freitags können Sie gerne Termine vereinbaren um in die Beratungsstelle zu kommen.
Außerdem bin ich unterwegs und komme gerne zu Ihnen – dahin, wo Sie sich gerade aufhalten. Bei Bedarf begleite ich Sie auch zu Behörden oder Arztgesprächen.
Zusätzlich biete ich fortlaufend Gruppenangebote zur sexuellen Bildung und Prävention an und organisiere regelmäßig eine Kreissaalführung für geflüchtete Frauen im Klinikum Wolfsburg. Sämtliche Veranstaltungen werden von Dolmetscherinnen verschiedener Sprachen begleitet. Melden Sie sich und ich informiere Sie gerne über die aktuellen Termine!

Sprechen Sie mich an! Ich freue mich auf Sie.

Kontakt:
Daniela Opitz donum vitae
Goethestr. 54 in 38440 Wolfsburg
Fon 05361 – 27 29 89 4 oder 0176 - 64400113
E-Mail opitz@donumvitae.org

ARBEITSHILFEN IN ZEHN SPRACHEN

Unsere Beratung steht und fällt damit, dass sich Beratende und Beraterin verständigen können. Wir bemühen uns, die Beratung mit Dolmetscherinnen zu begleiten, die ebenfalls der Schweigepflicht unterliegen. Doch nicht immer stehen Dolmetscherinnen zur Verfügung.
Deshalb stellen wir Ihnen eine Reihe von Arbeitshilfen in Deutsch und den zehn wichtigsten Flüchtlingssprachen zur Verfügung: Albanisch, Arabisch, Englisch, Farsi (Iran), Französisch, Pashtu (Afghanistan), Russisch, Somalisch, Tigrinya (Äthiopien/Eritrea) und Türkisch.

Auf www.multilanguage.donumvitae.org können Sie diese Arbeitshilfen kostenlos herunterladen.

donum vitae Wolfsburg
Goethestr. 54, 38440 Wolfsburg